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Preise und Förderung

Photovoltaik Kosten 2026: was eine Anlage wirklich kostet

Aktuelle Preise pro kWp, Beispielrechnungen für 5, 10 und 15 kWp und eine ehrliche Amortisationsrechnung. Jede Zahl mit Quelle.

myosolar Editorial Team, RedaktionVeröffentlicht 1. August 2026Aktualisiert 3. August 20266 Min. Lesezeit

Wie wir jede Zahl prüfenZuletzt geprüft 3. August 2026

Monteure installieren Solarmodule auf einem Dach

Das Wichtigste in Kürze

  • Schlüsselfertig kostet eine Anlage 900 Euro bis 1.500 Euro pro kWp.
  • Eine 10-kWp-Anlage kostet rund 12.000 Euro und produziert etwa 10.250 kWh pro Jahr.
  • Selbst genutzter Strom ist 5 mal so viel wert wie eingespeister Strom.
  • Die Amortisation liegt bei rund 7 Jahren, ohne Strompreissteigerung gerechnet.

Eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage kostet aktuell zwischen 900 Euro und 1.500 Euro pro kWp. Für ein Einfamilienhaus mit 10 kWp sind das rund 12.000 Euro. Dieser Ratgeber zeigt, woraus sich der Preis zusammensetzt, was die Anlage im Jahr einbringt und nach wie vielen Jahren sie sich bezahlt macht. Jede Zahl ist mit ihrer Quelle hinterlegt.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Seit Januar 2023 gilt für Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden der Nullsteuersatz. Die genannten Preise sind damit Endpreise. Neu in Betrieb genommene Anlagen erhalten außerdem in Stunden mit negativen Börsenstrompreisen keine Einspeisevergütung. Der Einspeisesatz von 7,70 Cent gilt für Inbetriebnahmen zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027, danach sinkt er um ein Prozent.

Kosten nach Anlagengröße

Jahresertrag

  • 5 kWp5.125 kWh
  • 10 kWp10.250 kWh
  • 15 kWp15.375 kWh
Kosten nach Anlagengröße
Zahlen anzeigen
AnlagengrößeGesamtkostenJahresertragErsparnis pro Jahr
5 kWp4.500 Euro - 7.500 Euro5.125 kWh848 Euro
10 kWp9.000 Euro - 15.000 Euro10.250 kWh1.696 Euro
15 kWp13.500 Euro - 22.500 Euro15.375 kWh2.545 Euro

Was die Anlage einbringt

Der größte Hebel ist nicht die Einspeisung, sondern der selbst genutzte Strom. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 37,2 Cent, jede eingespeiste bringt 7,7 Cent. Bei einer 10-kWp-Anlage mit 10.250 kWh pro Jahr und einem Eigenverbrauch von 30 Prozent ergibt das rund 1.144 Euro eingesparte Stromkosten und 552 Euro Einspeisevergütung, zusammen etwa 1.696 Euro pro Jahr.

Wann sich die Anlage rechnet

Aus Investition und Jahresertrag ergibt sich für die 10-kWp-Anlage eine Amortisationszeit von rund 7 Jahren. Die Rechnung ist bewusst einfach gehalten: keine Strompreissteigerung, keine Finanzierungskosten, keine Degradation der Module, kein Wechselrichtertausch. Wer diese Effekte berücksichtigt, kommt je nach Annahme auf ein bis drei Jahre Abweichung.

Was den Preis bestimmt

  • Module, in den veröffentlichten Kostenaufstellungen der IEA PVPS für Nachbarmärkte rund ein Viertel der Gesamtkosten oder weniger
  • Wechselrichter, das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer
  • Unterkonstruktion, abhängig von Dachtyp und Eindeckung
  • Montage und Elektroinstallation, der größte Personalkostenblock
  • Gerüst, Anmeldung und Dokumentation

Lohnt sich ein Stromspeicher?

Ein Stromspeicher kostet aktuell zwischen 400 Euro und 800 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Er hebt den Eigenverbrauch typischerweise von etwa 30 auf etwa 60 Prozent. Ob sich das rechnet, hängt vom Abstand zwischen Strompreis und Einspeisevergütung ab: je größer dieser Abstand, desto eher lohnt sich der Speicher.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?
Module werden üblicherweise mit einer Leistungsgarantie über 25 bis 30 Jahre verkauft. Der Wechselrichter ist das Bauteil, das am ehesten vor Ende der Anlagenlaufzeit ersetzt werden muss.
Sind die genannten Preise inklusive Montage?
Ja. Alle Preise pro kWp in diesem Ratgeber beziehen sich auf eine schlüsselfertige Anlage inklusive Modulen, Wechselrichter, Unterkonstruktion und Installation.
Fällt beim Kauf einer Photovoltaikanlage Umsatzsteuer an?
Nein. Für Photovoltaikanlagen auf und an Wohngebäuden gilt seit Januar 2023 der Nullsteuersatz, auf der Rechnung steht also keine Umsatzsteuer. Die 900 Euro bis 1.500 Euro pro kWp in diesem Ratgeber sind deshalb bereits Endpreise und nicht als Nettobeträge zu lesen.
Was ist im Preis pro kWp nicht enthalten?
Der Preis pro kWp deckt Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Montage und Elektroinstallation sowie Gerüst, Anmeldung und Dokumentation ab. Nicht enthalten ist der Stromspeicher: er kostet zusätzlich 400 Euro bis 800 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Fragen Sie im Angebot ausdrücklich nach, ob Gerüst und Netzanmeldung als eigene Positionen ausgewiesen sind.
Wie viel vom Preis entfällt auf Material und wie viel auf die Arbeit?
Eine belastbare Aufteilung für Deutschland führt dieser Ratgeber nicht, weil ihm dafür keine geprüfte Quelle vorliegt. Die IEA PVPS veröffentlicht solche Aufstellungen für einzelne Länder: In Österreich kosten die Module 2024 bei einer Aufdachanlage von 5 bis 10 kW 358,5 Euro je Kilowatt bei Gesamtkosten von 1.550,6 Euro je Kilowatt ohne Umsatzsteuer, in der Schweiz 0,33 Franken je Watt bei einem Gesamtpreis von 2,79 Franken je Watt. In beiden Fällen sind die Module rund ein Viertel oder weniger, und Wechselrichter, Unterkonstruktion, Montage und Elektroinstallation wiegen zusammen deutlich schwerer. Genau deshalb schlägt ein gefallener Modulpreis nur gedämpft auf den Endpreis durch.
Werden Photovoltaikanlagen noch billiger?
Die Modulpreise folgen einer Lernkurve: nach Auswertung des Fraunhofer ISE ist der Modulpreis in den vergangenen 45 Jahren bei jeder Verdopplung der kumulierten Produktion um rund 26,6 Prozent gesunken. Auf den Anlagenpreis wirkt das nur abgeschwächt, weil die Module in den Kostenaufstellungen der IEA PVPS für Nachbarmärkte nur rund ein Viertel der Gesamtkosten oder weniger ausmachen und Montage und Elektroinstallation an den Lohnkosten hängen. Ende 2025 lag der Preis für ein Dachsystem mit 10 kWp bei 900 Euro bis 1.500 Euro pro kWp.
Was passiert mit der Einspeisevergütung nach 2026?
Für Inbetriebnahmen zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 liegt die Vergütung bei 7,70 Cent pro Kilowattstunde, danach sinkt sie um ein Prozent. In Stunden mit negativen Börsenstrompreisen gibt es für neue Anlagen keine Vergütung. Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 eine EEG-Novelle beschlossen, die neue Anlagen schrittweise von der festen Einspeisevergütung in die Direktvermarktung überführen soll. Das ist ein Kabinettsbeschluss und kein geltendes Recht: bis der Bundestag zustimmt, gelten die heutigen Sätze.

Quellen

  1. BDEW Strompreisanalyse Januar 2026bdew.de
  2. Bundesnetzagentur, EEG-Fördersätzebundesnetzagentur.de
  3. Fraunhofer ISE, Photovoltaics Reportise.fraunhofer.de
  4. Verbraucherzentrale, Batteriespeicherverbraucherzentrale.de
  5. Verbraucherzentrale, Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagenverbraucherzentrale.de
  6. Bundesregierung, Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle vom 29. Juli 2026bundesregierung.de
  7. IEA PVPS, National Survey Report Österreich 2024, Kostenaufstellung Wohnhausanlage 5 bis 10 kWiea-pvps.org
  8. IEA PVPS, National Survey Report Schweiz 2024, Kostenaufstellung Wohnhausanlage 5 bis 10 kWiea-pvps.org

Wir sagen Ihnen, wenn sich die Regeln ändern

Eine E-Mail, wenn sich Tarif, Förderung oder Steuerregel in Ihrem Land ändern. Sonst nichts.

Frankreich hat die Einspeisevergütung am 5. Juni 2026 gesenkt, Deutschland senkt am 1. Februar 2027 um 1 Prozent, die Schweiz stellt am 1. Januar 2027 auf stündliche Preise um. Sie hätten es gewusst.

Verfasst von

myosolar Editorial Team

Redaktion

Die myosolar Redaktion recherchiert und aktualisiert jeden Artikel mit belegten Quellen.

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