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Preise und Förderung

Photovoltaik-Angebot vergleichen: die 12 Punkte, die wirklich zählen

Zwei Angebote für dieselbe Anlage können sich um 40 Prozent unterscheiden, ohne dass eines davon zu teuer ist. Diese Checkliste zeigt, woran Sie das erkennen.

myosolar Editorial Team, RedaktionVeröffentlicht 2. August 2026Aktualisiert 3. August 20267 Min. Lesezeit

Wie wir jede Zahl prüfenZuletzt geprüft 3. August 2026

Frau prüft am Schreibtisch einen Vertrag mit Unterlagen

Das Wichtigste in Kürze

  • Vergleichen Sie den Preis pro kWp, nicht die Endsumme. Für schlüsselfertige Anlagen um 10 kWp nennt das Fraunhofer ISE 900 bis 1.500 Euro pro kWp.
  • Ein auffällig günstiges Angebot hat meist eine Lücke: Gerüst, Zählerschrank, Netzanmeldung oder Speicher fehlen.
  • Eine Ertragsprognose ohne Angabe von Ausrichtung, Neigung und Verschattung ist eine Verkaufszahl, keine Rechnung.
  • Die wichtigste Garantie ist die auf die Montage, und sie steht am seltensten im Angebot.
  • Auf Photovoltaikanlagen für Wohngebäude gilt in Deutschland null Prozent Umsatzsteuer. Ausgewiesene Mehrwertsteuer ist ein Warnsignal.

Die meisten Menschen holen drei Angebote ein, vergleichen die Endsumme und nehmen das günstigste. Das ist der teuerste Fehler in diesem Prozess. Ein Photovoltaik-Angebot ist kein Produktpreis, sondern eine Sammlung von Annahmen, und zwei Angebote für dasselbe Dach können sich um 40 Prozent unterscheiden, ohne dass eines davon überteuert wäre. Die folgenden zwölf Punkte trennen ein belastbares Angebot von einem, das im Nachtrag teuer wird.

1. Der Preis pro Kilowatt-Peak, nicht die Endsumme

Rechnen Sie jedes Angebot auf Euro pro kWp herunter, sonst vergleichen Sie unterschiedlich große Anlagen miteinander. Für schlüsselfertige Aufdachanlagen um 10 kWp nennt der Photovoltaics Report des Fraunhofer ISE eine Spanne von 900 bis 1.500 Euro pro kWp. Liegt ein Angebot deutlich darunter, fehlt meist etwas: das Gerüst, die Zählerschranksanierung, der Netzanschluss oder die Anmeldung. Liegt es deutlich darüber, muss das Angebot erklären, warum.

2. Ist der Speicher im Preis enthalten oder daneben?

Der häufigste Grund für scheinbar unvergleichbare Summen. Prüfen Sie, ob der Speicher enthalten ist, mit welcher nutzbaren Kapazität, und ob sie in Kilowattstunden nutzbar oder brutto angegeben ist. Nutzbar ist die Zahl, die zählt: bei manchen Systemen liegen zwischen brutto und nutzbar zehn Prozent.

3. Die Ertragsprognose und ihre Herkunft

Ein seriöses Angebot nennt den erwarteten Jahresertrag in kWh und sagt, woher die Zahl kommt: Simulationsprogramm, Standortdaten, angenommene Ausrichtung, Neigung und Verschattung. Eine Prognose ohne Herkunft ist eine Verkaufszahl. Fragen Sie nach der Verschattungsanalyse, gerade wenn Bäume, Gauben, Kamine oder Nachbargebäude im Spiel sind.

4. Welcher Wechselrichter, und passt er zur Anlage?

Der Wechselrichter ist das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer und der größten Qualitätsspanne. Das Angebot muss Hersteller, Modell und Leistung nennen, nicht nur die Kategorie. Wichtig ist außerdem die Auslegung: eine leichte Unterdimensionierung gegenüber der Modulleistung ist normal und sinnvoll, eine starke ist ein Ertragsverlust, den Sie 20 Jahre lang bezahlen.

5. Garantien, und zwar drei verschiedene

Es gibt drei Garantien, und sie werden regelmäßig verwechselt:

  • Produktgarantie auf die Module, üblicherweise 12 bis 30 Jahre je nach Hersteller
  • Leistungsgarantie, also welcher Anteil der Nennleistung nach 25 oder 30 Jahren noch garantiert wird
  • Gewährleistung und Garantie auf die Montage durch den Betrieb selbst, oft nur zwei Jahre

Die dritte ist die wichtigste und steht am seltensten im Angebot. Ein Modulhersteller in Fernost hilft Ihnen nicht, wenn die Dachdurchdringung undicht ist.

6. Ist die Anmeldung enthalten?

Netzanmeldung beim Netzbetreiber und Registrierung im Marktstammdatenregister gehören zum Projekt. Manche Betriebe erledigen beides, manche schieben es dem Kunden zu, und manche berechnen es separat. Das ist keine große Summe, aber ein guter Indikator dafür, wie das Angebot mit Nebenleistungen umgeht.

7. Gerüst, Kran und Anfahrt

Diese drei Positionen tauchen in günstigen Angeboten gern als Nachtrag auf. Ein Gerüst für ein Einfamilienhaus ist kein Rundungsfehler. Prüfen Sie, ob es enthalten ist und für welche Standzeit.

8. Der Zählerschrank

Bei Häusern älteren Baujahrs muss der Zählerschrank häufig angepasst oder erneuert werden, bevor die Anlage in Betrieb gehen darf. Ein Angebot, das diese Position weder enthält noch ausdrücklich ausschließt, ist unvollständig. Fragen Sie ausdrücklich nach.

9. Wer haftet für die Dachdurchdringung?

Jede Dachbefestigung ist ein Eingriff in die Dachhaut. Klären Sie schriftlich, wer für Undichtigkeiten haftet und wie lange, und ob ein Dachdecker beteiligt ist. Das ist der Punkt, an dem Streitfälle am teuersten werden.

10. Termin, Zahlungsplan und was bei Verzug gilt

Ein verbindlicher Montagetermin, ein Zahlungsplan mit einer Schlussrate nach Inbetriebnahme und eine Regelung für Verzug. Eine hohe Anzahlung ohne Gegenleistung ist ein Risiko, gerade bei kleinen Betrieben. Üblich und fair ist eine moderate Anzahlung, eine Rate bei Materiallieferung und der Rest nach erfolgreicher Inbetriebnahme.

11. Die Mehrwertsteuer

Auf Photovoltaikanlagen für Wohngebäude gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2023 ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Ein Angebot, das Mehrwertsteuer ausweist, ist entweder falsch oder betrifft einen Fall, der nicht unter die Regelung fällt. Fragen Sie nach, statt es zu überlesen.

12. Was das Angebot über den Betrieb verrät

Am Ende sagt die Form des Angebots mehr als der Preis. Ein Betrieb, der die Verschattung analysiert, den Zählerschrank erwähnt, die Haftung für die Dachhaut regelt und den Wechselrichter mit Modellnummer nennt, hat das Projekt verstanden. Ein Betrieb, der eine Endsumme und ein Renditeversprechen schickt, verkauft Ihnen ein Gefühl.

So vergleichen Sie in der Praxis

Vergleichsraster für drei Angebote
PrüfpunktWas im Angebot stehen muss
Preis pro kWpEndsumme geteilt durch Anlagenleistung, alle Nebenkosten enthalten
ErtragsprognosekWh pro Jahr mit Angabe von Ausrichtung, Neigung und Verschattung
WechselrichterHersteller, Modell, Leistung, Garantiedauer
ModuleHersteller, Modell, Leistung, Produkt- und Leistungsgarantie
Speichernutzbare Kapazität in kWh, Zyklenzahl, Garantie
NebenkostenGerüst, Kran, Zählerschrank, Anmeldung, Anfahrt
Montageausführender Betrieb, Haftung für die Dachhaut, Gewährleistung
ZahlungAnzahlung, Raten, Schlussrate nach Inbetriebnahme

Legen Sie die Angebote nebeneinander und füllen Sie diese acht Zeilen aus. Was leer bleibt, ist Ihre nächste Frage an den Betrieb. Erfahrungsgemäß beantwortet ein gutes Unternehmen sie in einem Satz, und ein schlechtes weicht aus.

Häufige Fragen

Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Drei ist eine gute Zahl. Zwei reichen nicht, um eine Spanne zu erkennen, ab vier steigt der Aufwand stärker als der Erkenntnisgewinn. Wichtiger als die Anzahl ist, dass alle drei dieselbe Anlagengröße und denselben Leistungsumfang betreffen, sonst vergleichen Sie nicht dasselbe.
Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot?
An drei Dingen: eine Ertragsprognose ohne nachvollziehbare Grundlage, eine hohe Anzahlung ohne Gegenleistung, und Zeitdruck. Seriöse Betriebe haben Auftragsbücher und müssen niemanden am selben Abend zur Unterschrift bewegen.
Ist das teuerste Angebot das beste?
Nein, aber das günstigste ist es fast nie. Der Preis sollte sich aus dem Leistungsumfang erklären lassen. Wenn ein Betrieb erklären kann, warum er teurer ist, etwa durch bessere Komponenten oder eine eigene Dachdeckerei, ist das eine Antwort. Wenn nicht, ist es nur ein höherer Preis.
Muss der Zählerschrank wirklich getauscht werden?
Nicht immer, aber bei Häusern älteren Baujahrs häufig. Ob es nötig ist, sieht ein Fachbetrieb erst vor Ort. Deshalb sollte das Angebot diese Position entweder enthalten oder ausdrücklich als noch zu prüfen ausweisen, statt sie zu verschweigen.
Warum steht auf meinem Angebot Mehrwertsteuer?
Seit dem 1. Januar 2023 gilt für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen auf und an Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Steht trotzdem Mehrwertsteuer im Angebot, fragen Sie nach. Entweder liegt ein Fehler vor, oder Ihr Fall fällt aus einem bestimmten Grund nicht unter die Regelung, und dann sollte das Angebot ihn nennen.

Quellen

  1. Fraunhofer ISE, Photovoltaics Report: Preis schlüsselfertiger Aufdachanlagen 900 bis 1.500 Euro pro kWpise.fraunhofer.de
  2. Verbraucherzentrale zum Nullsteuersatz auf Photovoltaikanlagen seit 1. Januar 2023verbraucherzentrale.de
  3. Bundesnetzagentur, Marktstammdatenregister: Registrierungspflicht für Stromerzeugungsanlagenmarktstammdatenregister.de

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Frankreich hat die Einspeisevergütung am 5. Juni 2026 gesenkt, Deutschland senkt am 1. Februar 2027 um 1 Prozent, die Schweiz stellt am 1. Januar 2027 auf stündliche Preise um. Sie hätten es gewusst.

Verfasst von

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